Pendlerverkehr um die Landeshauptstadt
Zunehmend siedeln sich Unternehmen im Umfeld der Landeshauptstadt an. Die Menschen, die in diesen Firmen arbeiten, ebenso. Das Ergebnis ist ein stark zunehmender Pendelverkehr zwischen Wohn- und Arbeitsorten im Umland
Zunehmend siedeln sich Unternehmen im Umfeld der Landeshauptstadt an. Die Menschen, die in diesen Firmen arbeiten, ebenso. Das Ergebnis ist ein stark zunehmender Pendelverkehr zwischen Wohn- und Arbeitsorten im Umland – wie täglich auf der M11 zu besichtigen. Was fehlt, ist ein öffentliches Verkehrsmittel, welches diesen Tangentialverkehr aufnimmt: die Stadt-Umland-Bahn.
Was ist die Stadt-Umland-Bahn (SUB)?
Das SUB-Konzept sieht vor, dass zusätzlich zu dem bestehenden U- und S-Bahn-Netz bis zu vier weitere Linien mit einer Gesamtlänge von 126 km rund um München gebaut werden. Diese sollen den Menschen Fahrten in die Gemeinden rund um München erleichtern, denn bisher förderte das Nahverkehrsnetz eher Fahrten nach München als unter den Umland-Gemeinden. Wie die Grafik zeigt, bilden die Linien eine Art Ring um München und beheben damit das angesprochene Grundproblem des MVV-Netzes. Oberhachinger Bürger könnten nach den derzeitigen Planungen in Giesing und Taufkirchen (beides S5-Haltestellen) in die SUB einsteigen. Somit wäre eine Anbindung an die westliche und östliche Linie gesichert.
Ferner sehen die Entwürfe den Einsatz von speziellen Tram-ähnlichen Zügen vor. Diese sogenannten Tram-Trains sind sowohl für den innerörtlichen Verkehr als auch für Überlandfahrten ausgerüstet und können außerorts Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h erreichen. Vergleichbare SUB-Projekte wurden bereits erfolgreich in Karlsruhe und Saarbrücken umgesetzt.
Was sind die Vorteile der SUB?
Der Hauptvorteil für die Bürger des Landkreises besteht in der besseren Erschließung der Räume zwischen den S-Bahn-Achsen. Ein Beispiel kann dies verdeutlichen: Bislang ist eine Fahrt von Oberhaching nach Ottobrunn sehr zeitraubend, da man mit der S-Bahn erst nach Giesing und von dort wiederum mit der S-Bahn nach Ottobrunn fahren muss. Die SUB hingegen würde eine schnelle Fahrt von Taufkirchen nach Ottobrunn ermöglichen. Daneben könnten mit einer SUB die Zentren im Münchner Umland besser verbunden werden, aber auch für einige Gemeinden die direkte Verbindung zu München erleichtert werden.
Die einmaligen Investitionskosten belaufen sich von rund 620 Mio. ? bis zu 1,04 Mrd. ? für die Maximallösung. Zusätzlich kommen noch jährliche Betriebskosten in einer nicht genau abschätzbaren Höhe (vermutlich im Bereich von 70 Mio. ? bei der Maximallösung), welche gegen die geringere Belastung der Straßen und die Einsparung an CO2-Ausstoß zu verrechnen sind.
Wann kommt die SUB?
Zurzeit können noch keine verlässlichen Termine für den Bau der SUB abgegeben werden. Zwar sind die Planungen recht weit fortgeschritten, jedoch fehlen bisher durchsetzungsfähige Bündnisse, wie der Münchner SPD-Landtagsabgeordnete L. Wörner bei einer Veranstaltung bemängelte:
„Die Gemeinden im Süden müssen sich endlich zusammenschließen, um das Projekt vorantreiben zu können. Im Norden gibt es bereits gut funktionierende Kooperationen zwischen den Gemeinden.“
Simon Schumann