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 Der Autobahn-Südring
Der Autobahn-Südring
Der Autobahn-Südring – die unendliche Geschichte eines kurzsichtigen Konzeptes




CSU-Innenminister gibt 500.000 € teure Machbarkeitsstudie in Auftrag

Bereits vor dem 2. Weltkrieg gab es Überlegungen für einen Autobahnring um München. Bei den Planungen der Nachkriegszeit kristallisierten sich zwei Trassen heraus, eine stadtnahe als Entlastung für den Münchener Süden und eine südlichere für den Fernverkehr.

Schärfster Gegner dieser Planungen war und ist die Gemeinde Oberhaching, da ihre Lebensinteressen hierdurch auf schwerste berührt wurden: Die südliche Trasse würde Gemeindeteile abtrennen, durch Wasserschutzgebiet geführt, den Waldgürtel und Erholungsgebiet zerstören und den Ort mit einem neuen Lärm- und Abgasteppich überziehen. Der Ring würde einen enorm hohen Verkehr in ein Straßennetz bringen, das einem solchen Druck nicht gewachsen wäre. Die heute schon stark belasteten, mit Ortsdurchfahrten versehenen Zubringerstraßen müssten mit großen städtebaulichen Maßnahmen verbreitert werden.

Einer der längsten Tunnels der Welt

Das Umland ist jetzt noch dichter besiedelt, die Ansprüche an den Naturschutz sind gewachsen, die Argumente für den Ringschluss nicht besser geworden. Dennoch hatte Günther Beckstein einen neuen Vorstoß unternommen, der von seinem Nachfolger im Amt, Joachim Herrmann bereitwillig aufgegriffen wurde. Wieder steht für die Trassensuche ein Korridor zur Verfügung, der sowohl die weit ausladende Variante am südlichen Rand von Oberhaching zulässt sowie die stadtnahe Trasse, die im Bereich der Kugler Alm durch Oberhaching verlaufen würde, um dann in die Giesinger Autobahn zu münden.. Letztere firmiert als umweltgerechte (!) Südumfahrung. Sie würde – so wird beschwichtigt – als Tunnellösung verwirklicht werden. Es entstände einer der längsten Tunnels der Welt.

Im Artikel 141 (1) der Bayerischen Verfassung heißt es: „Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist, auch eingedenk der Verantwortung für die kommenden Generationen, der besonderen Fürsorge jedes einzelnen und der staatlichen Gemeinschaft anvertraut. ... Mit Naturgütern ist schonend und sparsam umzugehen. Es gehört zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts, Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, ..., die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes zu erhalten und dauerhaft zu verbessern, den Wald wegen seiner besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt zu schützen ..., die heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihre notwendigen Lebensräume sowie kennzeichnende Orts- und Landschaftsbilder zu schonen und zu erhalten.”

Die Probleme von morgen lösen wir nicht mit Strategien, die gestern schon nichts taugten. Gegen das milliardenschwere Verkehrsprojekt werden wir – gerade auch in Zeiten des Klimawandels – mit aller Kraft kämpfen.
Albert Wachten
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